OnePoint Report Nr. 2 (Q1/2004)

  1. EditorialDer Beweis: Keine Eintagsfliege… mehr dazu
  2. InitiativeDie OnePoint Project Initiative… mehr dazu
  3. AktuellesAktuelle Pressemitteilungen… mehr dazu
  4. KommentarQuality Function Deployment (QFD) von Jette Musger… mehr dazu
  5. ImpressumÜber diesen Newsletter und den Herausgeber… mehr dazu

Editorial

Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Wie Ihnen sicherlich schon aufgefallen ist, wurde dem OnePoint Report ein neues Gesicht verpasst. Sehen Sie dies als Vorgeschmack auf unsere neuen Website, die noch im Juli online gehen wird. Bitte entschuldigen Sie schon im vorhinein den einen oder anderen Tag, an dem die Website nicht erreichbar sein könnte, da wir auch den Provider wechseln werden.

Mit freundlichen Grüßen,

Gerald Mesaric

Initiative

OnePoint Project Initiative

Die OnePoint Project Initiative wurde gegründet um ein praxisrelevantes Werkzeug für ganzheitliches Projektmanagement zu schaffen. Unter ganzheitlichem Projektmanagement verstehen wir eine integrierte Lösung für die Projektplanung, Projektverfolgung, das Controlling, sowie die Abnahme und Analyse von Projekten. Hauptzielgruppe der Initiative sind mittelständische Unternehmen mit 15 bis 150 Mitarbeitern in den Branchen Hochtechnologie und Dienstleistung.

Anfragen zu Projekten richten Sie bitte an info@onepoint.at. Zusätzliche Informationen zum Unternehmen und der Initiative erhalten Sie unter www.onepoint.at.

Projekte und Status

Die Initiative hat in ihrem ersten "richtigen" Quartal durch einige Gespräche mit Interessenten und potentiellen Kunden einen klaren Fokus bekommen: Nachvollziehbarkeit. Praktisch alle befragten Personen stellten den vorhandenen Werkzeugen in diesem Bereich kein gutes Zeugnis aus. Je nach Unternehmen bzw. Branche wurde dabei die zeitliche und/oder die budgetäre Nachvollziehbarkeit als wichtiger erachtet.

Weiters wurde klar, dass die angebotenen Workshops nur auf geringes Interesse stießen, da oft vor allem die Zeit im Unternehmen nicht vorhanden war, um sich mit diesen Dingen zu beschäftigen. Klares Interesse wurde jedoch für konkrete Projekte - besonders im Bereich Nachvollziehbarkeit - geäußert. Derzeit laufen bereits erste Verhandlungen über Projekte in diesem für uns strategischen Bereich und wir planen hier ab dem zweiten Quartal Abschlüsse zu erzielen.

Auf der Entwicklungsseite wurde ein Prototyp der Planungskomponente erstellt, der bereits ein interaktives Gantt-Chart beinhaltet (Abbildung 1). Dieser Prototyp wurde einigen Interessenten gezeigt, sowie die Ideen und Konzepte hinter dem zukünftigen Produkt erklärt. Wir freuen uns hier sowohl �berviele positive Rückmeldungen, aber auch, dass wir einige zusätzliche Ideen und Vorschläge von den Interessenten erhalten haben.

Die nächsten Ziele sind nun die Ressourcenverwaltung, sowie eine verbesserte Zuweisung von Ressourcen zu Vorgängen. Danach werden wir vermutlich bereits Richtung Nachvollziehbarkeit und Zusammenarbeit gehen - das hängt aber vor allem im Detail stark davon ab, mit welchen Projekten wir in den nächsten Monaten tatsächlich beauftragt werden.

In der nächsten Ausgabe des Newsletters werde ich mehr �ber den Prototypen und die Philosophien und Konzepte dahinter berichten, sowie einen ersten Screenshot zeigen.

Partnermodell

Das zukünftige Geschäftsmodell von OnePoint zielt wesentlich darauf ab, den Vertrieb und die Kundenbetreuung an kompetente Partner abzugeben. Das hat für OnePoint den Vorteil sich auf das Kerngeschäft konzentrieren zu können, nämlich Projektmanagementsoftware und Methoden zu entwickeln, sowie für den Kunden, dass eine weit bessere Vor-Ort-Betreuung möglich wird, als OnePoint diese selbst bieten könnte.

Daher führen wir bereits jetzt Gespräche mit lokalen, kleineren Systemintegratoren und IT-Beratern, da uns klar ist, dass der Aufbau einer dauerhaften und funktionierenden Partnerschaft einiges an Zeit benötigt. Neben Dienstleistungspartnern haben wir auch begonnen einen Dialog mit wenigen, für uns strategischen Plattformpartnern (Betriebssysteme, Datenbanken und Applikationsserver) zu führen. Hier ist das Ziel wenige Plattformen zu unterstützen, diese Plattformen dafür aber sehr gut (Qualität vor Quantität).

Aktuelles

Kommentar

Quality Function Deployment (QFD): Eine erfolgsorientierte Produktentwicklungsmethode

Von Jette Musger

Teil 1: Was ist QFD?

QFD (Quality Function Deployment) ist eine zu Beginn der siebziger Jahre in Japan von Professor Akao u.a. entwickelte Qualitätsmethode zur Ermittlung der Kundenanforderungen und deren direkten Umsetzung in notwendige Lösungen. Sinngemäß bersetzt mit: "Aufmarsch der Qualitätsmerkmale" wird es als ein vorbeugendes Werkzeug zur Produktdefinition- und Entwicklung eingesetzt.

"Produkt" kann hierbei quasi alles sein - Organisationsstrukturen, eine zu planende Veranstaltung, aber auch "klassische" Anwendungsbereiche wie die Entwicklung eines beliebigen Autoeinzelteils, Handyfunktionszusatzes etc. QFD stellt einen systematischen Weg dar, der weitestgehend sicherstellt, dass die Festlegung der Produktmerkmale durch die Entwicklung und die anschließende Auswahl von geeigneten Maßnahmen (z.B. Auswahl von Produktionsmitteln, Methoden und Kontrollmechanismen) ausschließlich von den Anforderungen der zukünftigen Kunden - und somit vom Markt - bestimmt werden. "Richtig", d.h. möglichst objektiv angewendet, ist QFD somit eine geeignete Methode, den Erfolg, bzw. Verkaufswert eines Produktes im Vorhinein annähernd kalkulieren zu können.

Darüber hinausgehend bildet diese Herangehensweise einen wichtigen Bestandteil der vorbeugenden Qualitätssicherung. Der strategische Ansatz ist die Trennung der Kundenanforderungen (WAS) von den Lösungsmerkmalen (WIE), um zu verhindern, dass ohne genaue Kenntnisse der Kundenanforderungen sofort Produktmerkmale festgelegt werden. Damit wird auf Bedürfnisse/bestehenden Bedarf reagiert und weitestgehend vermieden, dass es zu vorschnellen Entscheidungen kommt.

QFD ist somit keine Qualitätssicherungsmethode im herkömmlichen Sinne, sondern eine kundenorientierte Produktplanungsmethode. Die Kundenanforderungen werden oft durch einen direkten Kundenkontakt ermittelt - "Voice of the Customer" (VoC). Die meist sehr groben, vagen �u�erungen der Kunden müssen aber anschließend in definierte, aussagekräftige und weitgehend messbare Kundenanforderungen (Kundenbedürfnisse) umgewandelt werden, ohne sie dabei zu verfälschen.

Zur Unterstützung und Dokumentation wird dazu oft die 6-W Tabelle herangezogen (wer, was, wo, wann, wieviel, warum). Unterschieden wird oft auch in:

Als "Kunde" wird aber nicht nur der Käufer eines Produktes gesehen - "Externer Kunde" - sondern auch alle Beteiligten des Umsetzungsprozesses - "Interner Kunde"/Anspruchsgruppe, bzw. Stakeholder.

Für jede Anforderung an ein neues Produkt werden im ersten Schritt verschiedene Prioritäten durch den zukünftigen Kunden vergeben, die dann �ber durch die im QFD-Verfahren festgelegte Kriterien und Regeln zusammengefasst werden. Anschließend werden die für den Kunden wichtigen Qualitätsmerkmale in einem Qualitätsplan festgelegt.

In einem nächsten Schritt werden in einer Korrelationsmatrix alle möglichen, verschiedenen Lösungswege mit den Kundenanforderungen verknüpft und die Beziehung bewertet: Keine, schwache, mittlere oder starke Beziehung zueinander. Durch die anschließende Auswertung ("das Lesen") der Matrix werden die "Lösungen", d.h. geeignete Maßnahmen zur Zielerreichung - ermittelt, die folglich auch den höchsten Erfüllungsgrad zu allen Anforderungen haben. Aber es werden auch die Lösungen/Maßnahmen erruiert, die keine (oder sehr schwache) Beziehungen zu den Anforderungen besitzen (und daher meist unnötig sind: "overengineering"), sowie auch die Anforderungen sichtbar werden, die überhaupt nicht erfüllt werden. Diese "Abfallprodukte" eines QFD-Prozesses konnen jedoch oftmals zu einem späteren Zeitpunkt, bzw. als 2. Alternative verwendet werden, und sind somit nicht umsonst.

Das Ergebnis ist eine nach Kundenprioritäten ermittelte Produktplanung. Zur Auswertung und Dokumentation wird heute überwiegend das "House of Quality (HoQ)" eingesetzt, das die QFD-Matrix und die verschiedenen Bewertungstabellen, -listen und weitere Dokumentationen zusammengefasst darstellt. Damit werden die verschiedenen Wechselwirkungen der vielen, oft komplexen Zusammenhänge verdeutlicht.

House of Quality

Abbildung 1: House of Quality - Grundschema (Quelle: QFD-Institut, Deutschland, 2001)

Jette Musger ist eine akademisch-geprüfte Projektmanagerin und Diplomsozialarbeiterin aus Graz, die sich auf ganzheitliches, zielorientiertes Projektmanagement spezialisiert. Neben der Begleitung von Teamprozessen, Moderation und Coaching liegt ihr Fokus derzeit auf dem Kooperationsmanagement, d.h., der Steuerung von Netzwerkbildungsprozessen.

Impressum

Über den OnePoint Report

Der OnePoint Report ist eine vierteljährliche elektronische Publikation, herausgegeben von der OnePoint Software GmbH. Um sich neu als Abonnent zu registrieren oder ein Abonnement zu löschen, bitten wir Sie, uns einfach ein kurzes E-Mail an report@onepoint.at zu schicken.

Über die OnePoint Software GmbH

OnePoint bietet flexible Softwarelösungen für mittelständische Dienstleistungs- und Hitechunternehmen in den Bereichen Projektmanagement, Controlling und Koordination. Durch aktive Einbindung aller Projektmitarbeiter und konsequente Echtzeitorientierung liegen alle Informationen immer aktuell vor und können von beliebigen Endgeräten aus eingesehen und manipuliert werden.